Über das Mulchen

Es schaudert mich manchmal, wenn ich sauber gefegte Beete sehe, fein geharkt und ohne auch nur ein einziges Blatt am Boden. Warum? Sieht doch ordentlich aus. Man hat sich an diesen Anblick gewöhnt, er wird als richtig empfunden. Aber ich muss ja alles hinterfragen ;)

Nirgendwo in der Natur kommt es auf größeren Flächen vor, dass Erdboden unbedeckt der Sonne und den Einflüssen vom Wind und Wetter ausgesetzt ist. Wo dies geschieht, geht die Fruchtbarkeit des Bodens verloren, Erosion findet statt, Humus und Bodenleben vergehen.
(Leider geschieht das auch auf jedem Acker. Die konventionelle, industrielle Landwirtschaft zerstört so über die Zeit den Boden, auf dem sie gegründet ist.)

Wird der Boden stets bedeckt gehalten, durch eine Schicht Blätter, gehäckseltes Strauchgut, altes Laub und andere Dinge, so wird er geschützt und ernährt. Er ist der Witterung nicht mehr so ausgesetzt. Der Boden kann Feuchtigkeit länger speichern. Die Humusschicht, die den Boden stets leicht feucht und fein krümelig hält, wird erhalten oder vielleicht sogar vergrößert. Im und unter dem Mulch wimmelt es nur von Leben.

Zum Mulchen kann man eigentlich alles verwenden, dass im Garten und rund herum so anfällt. Am Besten ist es samenfrei, es sei denn, man möchte die Pflanzen 'vervielfältigen'.

Hier eine Liste der gebräuchlichsten Materialien (jedes hat seine Vor- und Nachteile):

  • Stroh
  • Heu
  • Herbstlaub
  • Grasschnitt
  • Rückschnitt von Stauden, Sträuchern, Bäumen
  • Papier / Karton (nicht-glänzend, ohne Klebefolien)
  • Holzhäcksel
  • Rindenmulch

Besonders einfach ist die Technik des 'Chop & Drop' (übersetzbar mit: schneid ab und lass fallen). Hierbei wird einfach alles, was beim Rückschnitt oder beim Jäten anfällt, um die verbleibenden Pflanzen drapiert, denen dann die Nährstoffe über längere Zeit kontinuierlich zu Gute kommen.